Selbstverwirklichung durch Crossdressing – Leben zwischen Welten

Mutausbruch Crossdressing Selbstverwirklichung Dr. Katharina Stenger

Selbstverwirklichung beginnt mit Mut

Es ist #Mutausbruch Montag!

In meinem Job helfe ich Menschen, sich selbst zu verwirklichen.

Wir alle sind Träumer mit kleinen und großen Zielen. Ziele im Leben zu haben, ist wichtig damit wir uns weiterentwickeln.

Doch manchmal haben wir das Gefühl, festzustecken. Oder wir haben Angst, mit unserem Vorhaben zu scheitern. Wir sind unsicher, pessimistisch oder setzen uns selbst immer an die letzte Stelle, während wir es anderen recht machen.

So erreichen wir nie unsere Ziele!

Ich habe mich schon mit vielen Menschen auf Schatzsuche begeben. Das bedeutet, wir finden gemeinsam persönliche Stärken und Einzigartigkeit. Dabei hole ich die Menschen aus der Komfortzone raus, denn nur so wachsen sie über sich hinaus. Mir geht es darum, Ziele und Visionen in einem geschützten Rahmen zu verwirklichen.

Wer bin in? Wer will ich sein?

Eine wichtige Frage, die in dem Prozess der Selbstverwirklichung immer wieder aufkommt, ist die Frage nach dem authentischen Ich. Selbstbewusstsein und Selbstverwirklichung funktionieren nur, wenn wir uns selbst kennen und anschließend auch akzeptieren.

Oft brauchen wir einen Anstoß von außen, um zu uns selbst zu finden.
Deshalb habe ich den #Mutausbruch Montag ins Leben gerufen. Es ist eine Gelegenheit, Geschichten von Menschen zu teilen, die eine Verwandlung erlebt haben. Sie haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Sie haben gelernt, zu schwimmen.

In diesem Post möchte ich eine Geschichte von einem mutigen Menschen teilen, der die Mode als Ausdruck der Persönlichkeit erkannt hat:

Ich liebe die Person im Spiegel

„Endlich sehe ich mich selbst so wie ich sein will!

Das sagt die Stimme in meinem Kopf, wenn ich heute in den Spiegel schaue. Dort sehe ich einen Mann, der ein Kleid trägt. 

Ich bin von weiblicher Mode fasziniert, identifiziere mich aber als Mann. In der Fachsprache fällt das in die Kategorie Crossdresser. Ich lass mich aber ungern in eine Schublade stecken.

Ich persönlich trage weibliche Kleider und Röcke, weil sie mir gefallen und weil ich mir selbst darin gefalle. Die Stoffe sind weich und fließend — viel angenehmer als das, was ich vorher trug. In „Frauenkleidung“ fühle mich befreit und schön. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Allerdings war es bis zu dem zufriedenen Blick in den Spiegel ein langer und steiniger Weg. Mein Interesse an Kleidchen und Röckchen wurde von Anfang an unterdrückt, sowohl von außen (Eltern, Schule, Gesellschaft) als auch von mir selbst. Ich dachte lange Zeit, ich sei „irgendwie krank“ und zwang mich dementsprechend in eine Rolle, in der ich mich eigentlich nicht mochte.

Es war ein guter Freund — ebenfalls „Crossdresser“ — der mich aus diesem Loch herausgeholt hat. Ich lernte ihn im Job kennen. Ich bin Ingenieur, was von vielen wohl eher als „männlicher Beruf“ angesehen wird.
Nun ja, dieser Kollege trägt schon längere Zeit Frauenkleider in der Öffentlichkeit, auch auf Arbeit. Das tut er mit einer Selbstverständlichkeit, die ich mir damals nur wünschen konnte. Doch mit seiner Unterstützung und seinen Erfahrungen lockte er mich aus meinem Schneckenhaus heraus. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.

Zuerst trug ich heimlich zuhause Strumpfhosen und Pumps. Später auch Röcke und Kleider. Dann traute ich mich zum ersten Mal gemeinsam mit meinem Arbeitskollegen auf die Straße.
Es war ein beklemmendes Gefühl und eigentlich wollte ich mich sofort wieder zuhause verstecken. 

Ich spürte die Blicke der anderen. Wie sie mich durchbohrten. Ich hielt es fast nicht aus. Doch zuhause angekommen redeten wir darüber. Mein Freund stellte mir eine Frage, die ich nie vergessen werde. Er fragte mich, was mir lieber sei: Ein flüchtiger, komischer Blick von einem Fremden, in den ich wahrscheinlich mehr reininterpretierte als nötig. Oder eine ständige innere Unruhe und Unsicherheit, die schon fast in den Selbsthass hineingeht? 

Die Antwort ist klar! 

Ich würde nie meinen Seelenfrieden finden, wenn ich mich nicht nach außen entfalten darf. Warum ließ ich andere über mein Wohlbefinden und mein Glück entscheiden?

„Frauenkleidung“ ist ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit. Solange ich diesen Teil von mir akzeptiere und dazu stehe, was mir gefällt, ist das Kleid in meinem Schrank genau das Richtige für mich.

Natürlich ist diese Erkenntnis erst der Anfang. Ein stärkeres Selbstbewusstsein bekommt man nicht über Nacht. Ich bin also noch nicht ganz dort angekommen, wo ich sein will. 

Aber der zufriedene Blick in den Spiegel und die Kraft, die ich aufgebracht habe um dorthin zu kommen, machen mich glücklich.

Was ich mit meiner Geschichte sagen will…

An alle Männer, die ähnliches durchmachen: Ihr seid nicht allein! Ihr seid auch nicht „verrückt“. Eure Gefühle sind wertvoll, also hört auf sie. Sucht euch Unterstützung in der Community und lernt, euch selbst so zu lieben, wie ihr seid. 

An alle anderen: Geht sensibel mit dieses Thema um. Verachtende oder ungläubige Blicke verletzen. Seid offen und neugierig. Wir sind alle nur Menschen!  

Danke, Frau Dr. Stenger, dass ich meine Geschichte hier (anonym) erzählen darf.“

Selbstverwirklichung trotz Unterdrückung

Ich bin begeistert von dieser mutigen und aufbauenden Geschichte. Das ist ein wahrer Mutausbruch! Sich persönlich zu entfalten trotz ständiger Unterdrückung erfordert eine unglaubliche Energie.
Das lässt sich kaum alleine stemmen. Es ist ein wichtiger Schritt, die Unterstützung von Freunden zuzulassen.
Die Selbstverwirklichung und damit neu gewonnene Freiheit sollten wir immer genießen und dabei weiter an uns arbeiten.
So können wir mit unseren Geschichten andere inspirieren.

Möchtest du auch Unsicherheiten überwinden?
Dich selbst auszuprobieren?
Neue Facetten an dir entdecken?
Schreib mich an und beginne deine Selbstverwirklichung!

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@drkatharinastenger

Credit: pexels.com